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Alt 12.11.2016, 07:59
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Petra und Schorschi Petra und Schorschi ist offline
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Standard AW: Sheba ( ...classic ab 2016 mit Zucker/Xylose?)

Ich habe gestern die Antwort auf meine Frage nach dem nun deklarieten "Zucker" von der MARS GmbH (Sheba) bekommen:

Meine Anfrage:

"(...) ich bin Moderatorin in einem Forum für diabetische Katzen. Nun sind einige User verunsichert, warum in Sheba classic Zucker zugesetzt wurde. Das wäre ja eine Verschlimmbesserung. Wir nutzen Nassfutter mit Zucker bei Unterzuckerungen, ansonsten meiden wir es natürlich.Nun macht das Gerücht die Runde, dieser Zucker sei Zucker, der den Blutzucker nicht erhöhen würde. Ist das richtig? Um welche Art Zucker handelt es sich dann? Und wie kann man diesen Zucker von dem Zucker unterscheiden (in der Deklaration), der sich auf den Blutzucker auswirkt. Felix Nassfutter enthält z.B. Zucker, der den Blutzucker erhöht."

-> Die Antwort:

"(...) danke, dass Sie Kontakt mit uns aufgenommen haben und bitte entschuldigen Sie, dass wir uns erst heute bei Ihnen melden.

Vorweg ist es uns wichtig, noch einmal den Hinweis darauf zu geben, dass die Zusammensetzung unserer Produkte auf die Ernährung gesunder Katzen abgestimmt ist. Bei Katzen mit einer Vorerkrankung (wie z.B. Diabetes mellitus) bitte unbedingt den individuellen Einzelfall mit der behandelnden Tierarztpraxis besprechen.

Nach Rücksprache mit unserer Kollegin Frau Dr. med. vet. C. E. (von mir anonymisiert) möchten wir Ihnen folgende Informationen zur Verfügung stellen.

Es gibt leider keine Aussage, die auf alle Katzen im Forum zutreffend sein kann. Vermutlich haben Sie das mit Ihrer Erfahrung mit zuckerkranken Katzen im Forum selber schon oft beobachten müssen, nämlich, dass bei einem Tier etwas gut funktioniert, was bei einem anderen Tier nicht gut angenommen wird.

Hier zusammengefasst die Situation:

In einigen unserer Alleinfuttermitteln verwenden wir sehr geringe Mengen an "Zucker" als Zutat. Es wird weniger als 1% verwendet. Wichtig ist hierbei jedoch festzuhalten, dass es sich dabei nicht um den üblichen Haushaltszucker (Sucrose oder Saccharose), sondern um Xylose handelt. Durch die Zugabe von Zuckerarten in unseren Produkten entsteht im Erhitzungsprozess mit den Proteinen eine Art Röstaroma (dies wird Maillardreaktion genannt). Die verbleibende Menge ist kaum noch nachweisbar. Die Deklaration wird vorgegeben, d.h., es muss „Zucker“ deklariert werden, auch wenn das einem Tierhalter nicht viel weiterhilft.

Fazit: Die Zugabe von Zuckerarten in dieser minimalen Menge hat keinen negativen Einfluss auf gesunde Tiere, denn weder Zahnprobleme noch andere Krankheiten, wie z. B. Diabetes mellitus, werden dadurch hervorgerufen. Eine gut verständliche Zusammenfassung der wissenschaftlichen Fakten finden Sie im Anhang (einen Artikel aus der Kleintiermedizin).

Zu Katzen, die schon an Diabetes mellitus leiden, können wir keine gesicherten Aussagen machen, die auf veterinärmedizinischen Langzeitstudien gründen. Der Grund hierfür ist natürlich, dass wir kein Futter für dieses Krankheitsbild herstellen und dementsprechend keine Erfahrung mit der Verfütterung unserer Produkte an Katzen mit Diabetes mellitus haben.

Alle folgenden Aussagen sind daher eher generell korrekte Aussagen, die in der Wissenschaft Evidenz finden:

- Katzen, die an Diabetes mellitus leiden, profitieren von der Gabe von Feuchtfutter, weil eine der Hauptursachen für die Zuckerkrankheit Übergewicht ist. Trockenfutter ist pro 100g Originalsubstanz viermal so energiedicht. Wasser bietet dem Körper aber keine Energie, daher ist Feuchtfutter mit ca. 80% Feuchtigkeit ein Beitrag zum Gewichtsmanagement, der sich positiv auf die Diabetes auswirken kann.
- Feuchtfutter hat weniger Kohlenhydrate und mehr Protein als Trockenfutter. Auch davon profitiert eine Diabetiker-Katze.
- Xylose (aus ihm wird Xylit, also ein Austauschstoff für Zucker hergestellt) wird nicht verdaut – daher hätten auch verbleibende Kleinstmengen keinen Einfluss auf den Blutzuckerspiegel.

Das erklärt dann auch, warum die Katzen im Forum mit dem Produkt auch vorher gut zurechtgekommen sind. Denn wir haben das Design der Verpackungen geändert - aber nicht die Rezepturen. Warum also sollten Katzen jetzt Probleme haben?

Wie verhalten sich verschiedene Zuckerarten:
Sollte der deklarierte Zucker (um welchen es sich im Produkt handelt, am besten beim Hersteller nachfragen) Sucrose, Fructose, Lactose oder Glucose sein, dann ist davon auszugehen, dass Katzen trotz ihrer geringen Amylase-Aktivität, Glucose in die Blutbahn aufnehmen können. Die metabolische Kapazität ist allerdings von der Zufuhr (also der gefütterten Menge) und dem individuellen Diabetes Typ abhängig. Xylose dagegen ist nahezu unverdaulich.

Daher ist, wie zu Beginn schon geschrieben, immer der Einzelfall zu betrachten. "




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Geändert von Petra und Schorschi (12.11.2016 um 08:01 Uhr).
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