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Alt 08.07.2008, 00:48
Monica Monica ist offline
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Standard Monica's Mirò - Erfahrungsbericht - Teil II

Fortsetzung.....

Am 15.12.2007: Dieser Tag hat mich ziemlich viele Nerven gekostet (tiefe Werte) und ich habe mich richtig gefreut, dass der MPRE am 16.12.07 über 100 lag. Aber bei +3 ging der Nervenkitzel schon wieder los.

Vom 17.12. bis 21.12.2007 musste ich wieder arbeiten, aber mein Freund war zuhause und hat fleißig BZ gemessen. Jeden Wert hat er mir telefonisch mitgeteilt und ich habe ihn in die Tabelle eingetragen. Bei 30er Werten wäre ich am liebsten nach Hause gefahren, denn im Büro habe ich nicht wirklich viel genützt; meine Gedanken waren ganz woanders!

Vom 22.12. bis 6.1.2008 hatte ich Urlaub. Das waren für mich die schlimmsten zwei Wochen während des ganzen Diabetes von Mirò. Ingrid hat während dieser Zeit einmal mit Heidrun telefoniert und teilte mir mit, dass Heidrun überzeugt sei, dass Tina den Mirò jetzt „knacke“. Das hörte sich für mich zwar nach nichts Schlechtem an, aber ich hatte keine Ahnung, was sie damit meinten – mich hat ja auch niemand gefragt, ich habe in dieser Zeit NUR FUNKTIONIERT. Ich hatte starke Kopfschmerzen (habe ich normalerweise fast nie) und hatte während dieser Zeit öfters Heul-Phasen (habe ich sonst gar nie). Ich heulte, weil der Wert gerade zu tief war; ich heulte vor lauter Freude, dass er gerade stieg; und sehr wahrscheinlich heulte ich auch wegen der Übermüdung, obwohl mich mein Freund immer wieder abgelöst hat (Tag-/Nachtschicht). Aber geschlafen habe ich nicht gut und nicht viel.
Zur Beruhigung aller Leser dieses Erfahrungsberichtes: Ich würde es genau so wieder machen, nur heute würde ich wahrscheinlich nur noch ca. 3x heulen, und das wegen Übermüdung.


Mirò ging es während der ganzen Weihnachtszeit sehr gut und er war NIE lange alleine. Ich habe die Wohnung während dieser Zeit 5 x verlassen, um etwas einzukaufen; das muss man sich einmal vorstellen! Aber auch das ist mir erst nach den zwei Wochen so richtig bewusst geworden.
Ich habe mir schon Überschriften ausgedacht, wie der „Krimi“ wohl in einer Zeitung erschienen wäre (ein Beispiel: Deutsche beschert Schweizerin Horror-Weihnachtsferien ).

Es hat sich gelohnt!
Heute sehe ich alles viel lockerer. Nach dieser Zeit ging es nur noch bergab mit der Insulin-Dosis und die Werte blieben trotzdem sehr gut. Mirò hat also zum Glück nicht so lange mit viel zu hohen Werten verbringen müssen und seit Mitte Dezember sind sie immer (bis auf ganz wenige Ausreißer) im nierenschonenden Bereich gewesen. Und ich weiß jetzt, was es heißt, eine Diabetes-Katze zu „knacken“ oder was mit „Durchbruch“ gemeint ist!


Ingrid hat sich größere Sorgen gemacht als ich mit den z.T. sehr niedrigen BZ Werten von Mirò und hat mir auch immer wieder vorgeworfen, dass ich mich zu wenig informiere und zu wenig über das Thema lese. Sie sagte, ich ließe mich einfach an der Hand nehmen und mache alles, was mir gesagt werde. Da hatte sie z.T. sicher Recht, aber sie konnte sehr wahrscheinlich nicht mehr nachvollziehen, wie es bei ihr und Trevor am Anfang war. Sie war gezwungen, alles selbst zu managen, und ich hatte das riesige Glück, Ingrid mit ihrer Erfahrung zur Seite zu haben und durch sie auch noch an die richtigen Leute (Tina, Heidrun, Lantus Forum) zu geraten. Ich hatte somit viel Zeit, mich über Katzendiabetes (http://www.tillydiabetes.net) schlau zu machen, den Info-Bereich im Diabetes-Katzen Forum (http://www.diabetes-katzen.net/info.html) durchzulesen und viele viele BZ Tabellen zu studieren.

Heute bin ich richtig enttäuscht, wenn Mirò zwischendurch Werte über 120 fabriziert, so verwöhnt bin ich schon . Und seit einiger Zeit braucht er auch wieder etwas mehr Insulin. Ich weiß nicht, woran es liegt….. Im Sommer bin ich Job-mässig viel unterwegs; es ist eine ziemlich streßige Zeit; seit dem 25.6.2008 bekommt Mirò 2 x täglich einen Tropfen Silberwasser auf einen etwas entzündeten Zahn; im Sommer hat es hier viele Fliegen und Mirò hat panische Angst davor, er haut immer gleich im Galopp ab, wenn er eine hört oder sieht; ob das die Ursachen sind? Abwarten…..! Die ganze Diabetes ist eine sehr unberechenbare Angelegenheit und manchmal wünsche ich mir, es gäbe eine Bedienungsanleitung dafür (wie z.B. für eine Kaffeemaschine), denn ich liebe Bedienungsanleitungen (echt wahr!).

Durch Miròs Diabetes hat sich auch mein Privatleben drastisch verändert. Ich ging oft nach der Arbeit noch zum „Feierabend-Aperitif“, zum Einkaufen oder besuchte Kollegen. Meine drei Kater waren daran gewöhnt, dass das Abendessen nicht immer pünktlich serviert wurde; es stand ja auch immer Futter zur Verfügung.

Von einem Tag auf den anderen war plötzlich alles anders! In meinem Freundes- und Bekanntenkreis haben die meisten mit mitleidiger Miene zur Kenntnis genommen, dass Mirò Diabetes hat und im 12-Stunden-Takt Insulin braucht.
Einige äußerten sich mit Aussagen wie: Das könnte ich nicht; einen solchen Aufwand würde ich sehr wahrscheinlich nicht auf mich nehmen; willst du ihn nicht einschläfern lassen? Ich bin niemandem böse deswegen, weil sie alle keine Tiere haben. Sie können nicht nachvollziehen, was alles in einer solchen Situation ab geht. Ich hatte ja selbst Mühe, zu begreifen, wie mir geschah. Inzwischen bin ich auch überzeugt davon, dass man die ganze Tragweite niemandem einleuchtend erklären kann – man muss es selbst erlebt haben! Deshalb sei allen verziehen.

Nur ganz wenige haben ehrliches Verständnis für unsere Situation (z.B. unsere Cat-Sitterin Kimberly, ein zehnjähriges Mädchen, und ihre Mutter Esther - BZ messen und Insulin spritzen können sie leider nicht; und natürlich Ingrid, die manchmal einspringt, wenn ich zeitlich ganz und gar nicht kann – sie betreut dann gleich alle drei Jungs sehr liebevoll). Der Kontakt mit meinen Bekannten und Freunden wurde immer weniger und ich habe mich sehr zurückgezogen, bin fast nur noch zuhause und habe dabei nicht einmal das Gefühl, etwas zu verpassen.

Meine drei Stubentiger und ich haben ein richtig tolles Verhältnis. Das Zusammenleben mit ihnen ist dadurch viel intensiver geworden. Das einzige, was ich wirklich vermisse, sind die Besuche bei meiner Mutter (z.B. Weihnachten und jährlicher Skiurlaub) in meiner Heimat in den Schweizer Bergen. Wer weiß, vielleicht klappt’s ja dieses Jahr…..?

Dafür habe ich neue Freunde gewonnen. Ingrid, Du weißt, wie dankbar ich Dir für alles bin – ohne Dich wäre Mirò vielleicht nicht mehr bei mir! Tina, was würde ich nur machen ohne Dich? Deine selbstlose, aufopfernde „RundUmDieUhr“-Hilfe ist einmalig – herzlichen Dank dafür – so etwas habe ich noch nie erlebt. Klaus, Dir vielen Dank dafür, dass Du mir nicht böse bist, wenn ich oft ziemlich lange mit Tina telefoniere (wir werden uns bessern!). Heidrun, vielen herzlichen Dank für Deine große Unterstützung (moralisch und fachlich) und fürs Einfädeln der richtigen Kontakte! Es ist immer wieder schön, von Dir zu hören! Und last but not least mein Freund Andi, ich hätte nie gedacht, dass Du da mit machst, herzlichen Dank – ohne Dich wäre das alles nicht möglich gewesen.
Ui, das sind ja schon fünf!

HALT, jetzt hätte ich fast noch zwei ganz wichtige Dinge vergessen:

1) Meinem allerliebsten Mirò bin ich von Herzen dankbar, dass er es mir immer so leicht macht mit Blutzucker messen (Maximum an einem Tag war 25x!), Insulin spritzen lassen und dass ich inzwischen genau vorhersagen kann, ob er essen wird oder keinen Hunger hat. Mein kleiner Kater macht super mit und ich habe wirklich das Gefühl, dass er merkt, dass ich ihm helfe. Man sagt ja, Katzen haben sieben Leben….. Dann hat Mirò jetzt noch fünf – das ist noch eine ganze Menge und ich freue mich darauf, diese mit ihm verbringen zu dürfen!

Miròs Kater-Kumpels, Monet und Furbin, verhalten sich auch super gut. Sie profitieren ja jetzt auch vom ausschließlich guten Futter und meiner vermehrten Anwesenheit; denn das bedeutet automatisch auch MEHR STREICHELEINHEITEN


2)

Diesem Forum habe ich den größten Teil meiner inzwischen erworbenen Kenntnisse über Katzendiabetes zu verdanken. Ich lese auch immer die neuen Berichte, welche sehr interessant sind. Vielen Dank an die Moderatorinnen für den großen, selbstlosen Einsatz!

Diesen Erfahrungsbericht werde ich selbstverständlich weiter „ausbauen“ sobald wieder etwas „Spannendes“ los ist bei uns! Wer weiß…..

Monica, die ihre Stubentiger über alles liebt
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